Home

Einleitung

Der Mensch Rory

Rory's Technik

Line Up

Diskografie

Gemälde

Rory Links

Meine Boots Sammlung

Goodies


Quellenangaben

RORY GALLAGHER (Als Mensch)


Über Rory wurde und wird immer noch viel geschrieben. Seine Biografie kann man in jedem Lexikon oder im Internet auf den verschiedensten Homepages nachlesen.
Was soll man schreiben über einen, der kein schillerndes Image besitzt?

Drei Dinge werden mit Rory verbunden: in erster Linie natürlich seine lädierte alte Fender, die seinen Worten zufolge eher selten einen Lappen gesehen hat und welche er seit 1963 besaß, dann seine irische Herkunft und natürlich seine karierten Baumwollhemden, die er ständig trug. Skandale gab es keine, auch privat nicht.

Macht das allein aber schon einen genialen Gitarristen aus, dem viele bekannte Musiker Tribut zollen, ja die ihn geradezu verehrten und es noch tun? Mitnichten.
GERRY McAVOY, Rorys langjähriger Weggefährte, sprach einmal in einem Interview darüber, dass Gallagher einiges von einem Perfektionisten gehabt hat. Ein Hinweis darauf, dass dieser sich und andere bis an die Grenze der Belastbarkeit trieb, wenn es um die Musik ging. Und - Rory Gallagher war der Chef. McAVOY: Er war die Hauptfigur, und darüber gab es keinen Zweifel; und es gab keinen anderen Weg, wie es hätte funktionieren können.

Rory Gallagher (© SLIPKID)

Rory war mit Leib und Seele Musiker. Zu Beginn der 70er hatte die Band über 200 Live-Auftritte pro Jahr. Auf den Bühnen rackerte er sich ab und forderte von sich und seinen Mitstreitern stets das Letzte.
Sein Line-up wechselte öfters, lediglich Basser McAVOY stand ihm bis zum Jahr 1991 zwanzig Jahre lang treu zur Seite. Ihren letzten Gig spielten beide während der Amerika-Tour 1991 in New York.

Rory war einer der kompetentesten und am härtesten arbeitenden Musiker, ein Vollblutgitarrist, der nie sonderlich experimentierfreudig war. Er verkörperte den einfachen, bodenständigen Blues-Rock-Musiker, dessen Stärke immer das Feeling war.
Er war nie ein Blues-Puritaner und ließ Folk-, Jazz und County-Einflüsse in seine Songs mit einfließen.
Modischer Firlefanz waren ihm immer ein Greul. Er verachtete Pyrotechnik und Posen sowie die Maskeraden der Pop-Industrie und wurde von dieser folgerichtig zunehmend vernachlässigt, was ihn aber keinesfalls störte.

Durch alle seine Platten ziehen sich die typischen Rory-Kennzeichen wie ein roter Faden:
da ist zum einen natürlich sein unverkennbarer Gitarrenstil: Sensitiv, spontan, kreativ und kernig. Alles klingt durchdacht und nichts steril. Man hat den Eindruck, er kam zwar mit einem ausgearbeiteten Konzept ins Studio, ließ dort aber Improvisationskunst anstelle von starren Schemen walten.
Dann ist da noch der markante, rorytypische Gesang. Eine Stimme, wie Schmiergelpapier, rau und mit viel Blues in der Kehle, aber doch immer unheimlich einfühlsam.

Rory Gallagher verstand es, das Lebensgefühlt des Blues auszudrücken und seine Fans wussten seine Bodenständigkeit zu schätzen. Sie mochten seinen ehrlichen, von eindrucksvollen Gitarrenparts gekrönten Stil sowie seine schweißtreibenden Gigs.

Rory Gallagher, ein Mensch, der selbst als sensibel galt, stets freundlich und friedfertig war, jedem zuhörte und auf jeden einging, vertraute sich selbst nie einem anderen Menschen an und errichtete um sich selbst eine Mauer des Schweigens. Niemand kannte seine Probleme, niemand wusste, wie es in ihm aussah. Seine Gefühle konnte man nur erahnen. Selbst sein bester Freund, Manager und Betreuer und Bruder Donal kann nur spekulieren. Rorys permanente Unrast verband er damit, dass es wohl seine Art der Strategie war, vor den Problemen zu fliehen.
Niemand kennt wohl so ganz die einzig wahre Geschichte.
Aber eins wissen wir alle, die wir Rory´s Musik mochten und weiterhin mögen: er lebt weiter - durch seine Musik, genau so, wie er es in seinem Zitat ankündigte.